Die Vergangenheitsgeschichte der Turn-Sport-Gemeinschaft ist genauso einzigartig wie sie lang ist. Der Arbeiter- Turn-Verein, aus dem die Einheit entstand, wurde 1933 von den Nationalsozialisten verboten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren alle ehemaligen Sportvereine in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) endgültig aufgelöst worden, Sportwettkämpfe durften zunächst nur von lose organisierten Sportgemeinschaften/ Sportgruppen (SG) auf lokaler Ebene ausgetragen werden. Eine solche Sportgemeinschaft wurde auch in Bernau gegründet. Mit einer Fußballmannschaft beteiligte sich die SG Bernau an der Landesklasse Brandenburg, die 1948/49 erstmals ausgetragen wurde. Diese war zu dieser Zeit eine der vier höchsten Spielklassen in der SBZ. In ihrer Staffel wurden die Bernauer unter zehn Mannschaften nur Letzter und mussten absteigen. In der Saison 1949/50 spielte Bernau in der Bezirksklasse Brandenburg, die nach Gründung der Fußball-Ostzonenliga (später DDR-Oberliga) nur noch drittklassig war. Am 5. September 1949 wurde die SG Bernau in die Zentrale Sportgemeinschaft der Volkseigenen Betriebe Bernau (kurz ZSG der VEB) umgewandelt, so entstand eine der umfangreichsten Sportgemeinschaften der im Oktober 1949 gegründeten DDR.
Nachdem die ZSG die Saison 1949/50 mit Platz acht abgeschlossen hatte, wechselte sie in den Bereich des Ost-Berliner Fußballverbandes. Dieser hatte zuvor alle Ost-Berliner Fußballmannschaften aus den Gesamtberliner Ligen abgezogen und in ein eigenes Ligasystem eingegliedert. Um eine ausreichende Zahl von Mannschaften erreichen zu können, wurden Sportgemeinschaften aus den Berliner Randbezirken mit einbezogen. Die ZSG Bernau erhielt für die Saison 1950/51 einen Platz in der viertklassigen Bezirksklasse Ost-Berlin. Im Laufe der Saison wurde die ZSG in eine Betriebssportgemeinschaft (BSG) umgewandelt, deren Trägerbetrieb die kommunale Stadtverwaltung wurde. Sie wurde der zentralen Sportvereinigung Einheit unterstellt und musste den Einheitsnamen BSG Einheit annehmen. Die BSG unterhielt nun neben Fußball die Sportsektionen

einheit logo
  • Kegeln (1949 – 1992)
  • Handball (1949 – 1977)
  • Tischtennis (1950 – 1990)
  • Tennis (1949 – 1968)
  • Versehrtensport (1955 – 1990)
  • Schach (1949 – 1983)
  • Federball (1949 – 1983)
  • Gymnastik (1955 – 1990)
  • Volkssport (1949 – 1993)
  • Turnen (1975 – 1985)
  • Volleyball (1982 – 1990)
  • Gewichtheben (1983 - 1990)
stadtwappen bernau

Die Fußballer der BSG Einheit verblieben bis 1954 in der Bezirksklasse Berlin, danach wechselten sie in den Bereich des Bezirksfachausschusses (BFA) Frankfurt/Oder. Dort gelang der BSG 1956 (Kalenderjahrsaison) der Aufstieg in die Bezirksliga Frankfurt, die nach Einführung der II. DDR-Liga vierte Spielklasse war. Als die Bezirksliga 1961/62 von zwei auf eine Staffel reduziert werden sollte, reichte 1960 Platz elf nicht mehr zum Klassenerhalt. Nach zwei Spielzeiten in der Bezirksklasse Frankfurt kehrte die BSG Einheit Bernau zur Saison 1963/64 wieder zum BFA Ost-Berlin zurück. Sie wurde in die Stadtklasse eingegliedert, die nach Einstellung der II. DDR-Liga vierte Spielklasse im DDR-Ligasystem war. 1966 stiegen die Bernauer in die Stadtklasse ab. 1967 schloss sich die BSG Einheit mit anderen Bernauer Sportgemeinschaften zur Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Einheit Bernau zusammen. Die Fußballer blieben bis 1975 unterklassig. Erst zur Saison 1975/76 erschienen sie wieder in der Bezirksklasse Frankfurt. Mit den 13 Sportarten, erlebte Einheit Bernau die wahrscheinlich bunteste Zeit der Vereinsgeschichte. Neben dem „Geist“ aus dieser Zeit gibt es noch „Den Ball“. Zwei Holzbälle wurden in den 70er Jahren von einem Schreiner mit viel Liebe zum Detail geschnitzt. Der HSV bekam einen komplett aus Holz und Einheit einen, von innen ausgehöhlt, der wegen der schwierigen finanziellen Lage fortan als Sammeldose diente.
Nach der Blütezeit kam dann Ende der 70ern Jahre die wohl schmerzhafteste Phase eines jeden Einheit- Anhängers. Der gesamte Nachwuchsbereich wurde an die Betriebssportgemeinschaft des Schichtpressstoffwerkes Bernau abgeben, da dort bessere Bedingungen vorhanden waren. Trotz dieser Umstände schaffte die  1. Fußball- Männermannschaft den Aufstieg in die Bezirksliga Frankfurt/O.  im Jahre 1981, in der sie aber nur eine Saison lang spielte. Nach zwei weiteren Spielzeiten erfolgte 1984 der Abstieg aus der Bezirksklasse, aus der es bis zum Ende des DDR-Fußballspielbetriebes keine Rückkehr mehr gab. Zu dieser Zeit hatte Einheit drei Männermannschaften im Spielbetrieb.
Nach der politischen Wende von 1989/90 und der Wiedervereinigung Deutschlands war die TSG gezwungen, sich mit ihren Strukturen den veränderten rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen anzupassen. Das System der betrieblichen Bindung der Sportgemeinschaften war zusammengebrochen und der Sportbetrieb wurde in Ostdeutschland nach der Rechtsordnung des Bürgerlichen Gesetzbuchs neu geordnet. Das hatte zur Folge, dass sich die TSG Einheit in einen eingetragenen Verein umstrukturierte. Die TSG musste sich nun eigenverantwortlich finanzieren und bis auf die Abteilung Fußball alle bisherigen Sportsektionen auflösen.
In den Folgejahren stieg man wieder ab und spielte in den 90er Jahren  in der ersten Kreisklasse und konnten keine nennenswerten Erfolge aufweisen, jedoch waren auf dem Sportplatz am Wasserturm häufig Fußballkrimis zu beobachten, die durch das so oft zahlreich erschienene Publikum, immer den besonderen „Einheit- Charakter“ besaßen.
Aufgrund des Generationswechsels gründete sich im Jahre 2008 die Ü 35- Altherren-mannschaft, welche am Ende der Saison 2009/2010 den Aufstieg in die Barnimliga der Ü35 feiern konnte. Im Jahre 2011 fand dann die Neuorientierung des Vereins statt. Mit einem neugewählten Vorstand und souveräner Arbeitsweise kam auch der Erfolg an den Wasserturm zurück. Nach Jahren mit unterklassigem Fußball begann 2012 mit dem Aufstieg der 1. Mannschaft in die Barnimliga (9. Spielklasse) die Wende zum Besseren. Neben der stetig wachsenden Mitgliederzahl gelang es der ersten Männermannschaft viermal in fünf Jahren  aufzusteigen, in der Saison 2011/2012 der Aufstieg in die Barnimliga, in der Saison 2012/13 in die Landesklasse Ost, in der Saison 2013/14 in die Landesliga Nord und in der Saison 2015/16 in die Brandenburgliga, jeweils immer verbunden mit dem Fair-Play Pokal und im September 2014  dann die Auszeichnung als Fair-Play-Sieger des Fussball-Landesverbandes Brandenburg der Saison2013/14  durch den Präsidenten des Fussball-Landesverbandes Brandenburg Herrn Siegfried Kirschen.
Seit 2012 verfügt die TSG nach 35 Jahren auch wieder über eine  Nachwuchsabteilung. Zur Zeit sind 6  Altersklassen (B-, C-, D-, E-, F- und G-Junioren) für den Spielbetrieb gemeldet und dabei in der Altersklasse  D-Junioren doppelt besetzt.  Auch eine 2. Männermannschaft wurde im Jahre 2012 wieder angemeldet, die schon im zweiten Jahr den Aufstieg in die 1. Kreiskasse und in der Saison2014/15 als Kreismeister den Aufstieg in die Kreisliga Ost schaffte.

Die  nächste Herausforderung ist der Bau eines Vereinsheimes, also helft alle mit!

 

 

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